Elegant lässt er seinen Gegenspieler aussteigen, täuscht eine Bewegung an, passt in den Lauf seines Mitspielers. Das war im Jahr 2018 und Malick Thiaw (24 Jahre, Foto oben) war damals im Alter von 16 Jahren eines der aufsehenerregendsten Talente des FC Schalke 04 - im Mittelfeld.
Genauer gesagt: Im zentral-defensiven Mittelfeld. Der heutige Innenverteidiger der A-Nationalmannschaft Deutschlands begann seine Karriere nämlich deutlich weiter vorne und schien der geborene Stratege im Mittelfeld zu sein. Doch Schalke-Legende Norbert Elgert hatte da eine andere Idee und beorderte den jungen Thiaw ein Jahr später, als er zur U19-Mannschaft der Knappen aufstieg, in die Innenverteidigung.
The rest is history. Thiaw ist heute, im Jahr 2026, ein Innenverteidiger von internationalem Format und nach seinem Mainzer-Kollegen Nico Schlotterbeck sowie Yann-Aurel Bisseck der wertvollste Innenverteidiger Deutschlands.
Dabei hätte er auch gut und gerne der wertvollste Innenverteidiger des Senegal oder Finnlands werden können, denn Thiaw hätte theoretisch für drei verschiedene Nationen auflaufen können. Der Vater kommt aus dem Senegal, war dort Torwart. Die Mutter kommt aus Finnland, war Leichtathletin. Zu Hause sprechen sie bei den Thiaws übrigens finnisch und auch der Rest der Familie ist mit Finnland fest verwurzelt. So ist einer von Thiaws Cousin etwa Cheftrainer in der zweiten finnischen Liga.
Doch Malick Thiaw entschied sich schon früh für sein Geburtsland Deutschland. Geboren und aufgewachsen in Düsseldorf ging es über den FC Schalke 04 hinaus in die große weite Welt. Jetzt ist er beim deutschen Meister 1.FSV Mainz 05 gelandet. Manager King of Swing griff für den Verteidiger zudem tief in die Tasche, um ihn vom FC Bayern München loszueisen - was seinen Wert unterstreichen sollte.
So ließ Mainz den wichtigen Mittelfeld-Strategen und Weltmeister von 2022, Alexis Mac Allister zum FC Bayern München ziehen. Zusätzlich überwies man 50 Millionen Euro an den FC Bayern. Im Gegenzug erhält man mit Thiaw indes einen deutschen WM 2026 Teilnehmer und möglicherweise das perfekte long-term-Pendant zu Nico Schlotterbeck in der Innenverteidigung.
Der extrovertierte Leader Schlotterbeck und der eher ruhige aber nicht minder starke Thiaw - so könnte die Zukunft des FSV in der Innenverteidigung aussehen. Tatsächlich auch die Gegenwart, denn der Neuzugang soll sofort eine wichtige Rolle in der Startelf einnehmen. Gegenspieler aussteigen lassen, Bewegung antäuschen und in den Lauf seines Mitspielers passen gehören übrigens immernoch zu Thiaws Kernqualitäten - allerdings als Innenverteidiger.