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    • AUSGABE #1280

      Der besondere Abwehrspieler


















      Elegant lässt er seinen Gegenspieler aussteigen, täuscht eine Bewegung an, passt in den Lauf seines Mitspielers. Das war im Jahr 2018 und Malick Thiaw (24 Jahre, Foto oben) war damals im Alter von 16 Jahren eines der aufsehenerregendsten Talente des FC Schalke 04 - im Mittelfeld.

      Genauer gesagt: Im zentral-defensiven Mittelfeld. Der heutige Innenverteidiger der A-Nationalmannschaft Deutschlands begann seine Karriere nämlich deutlich weiter vorne und schien der geborene Stratege im Mittelfeld zu sein. Doch Schalke-Legende Norbert Elgert hatte da eine andere Idee und beorderte den jungen Thiaw ein Jahr später, als er zur U19-Mannschaft der Knappen aufstieg, in die Innenverteidigung.

      The rest is history. Thiaw ist heute, im Jahr 2026, ein Innenverteidiger von internationalem Format und nach seinem Mainzer-Kollegen Nico Schlotterbeck sowie Yann-Aurel Bisseck der wertvollste Innenverteidiger Deutschlands.

      Dabei hätte er auch gut und gerne der wertvollste Innenverteidiger des Senegal oder Finnlands werden können, denn Thiaw hätte theoretisch für drei verschiedene Nationen auflaufen können. Der Vater kommt aus dem Senegal, war dort Torwart. Die Mutter kommt aus Finnland, war Leichtathletin. Zu Hause sprechen sie bei den Thiaws übrigens finnisch und auch der Rest der Familie ist mit Finnland fest verwurzelt. So ist einer von Thiaws Cousin etwa Cheftrainer in der zweiten finnischen Liga.

      Doch Malick Thiaw entschied sich schon früh für sein Geburtsland Deutschland. Geboren und aufgewachsen in Düsseldorf ging es über den FC Schalke 04 hinaus in die große weite Welt. Jetzt ist er beim deutschen Meister 1.FSV Mainz 05 gelandet. Manager King of Swing griff für den Verteidiger zudem tief in die Tasche, um ihn vom FC Bayern München loszueisen - was seinen Wert unterstreichen sollte.

      So ließ Mainz den wichtigen Mittelfeld-Strategen und Weltmeister von 2022, Alexis Mac Allister zum FC Bayern München ziehen. Zusätzlich überwies man 50 Millionen Euro an den FC Bayern. Im Gegenzug erhält man mit Thiaw indes einen deutschen WM 2026 Teilnehmer und möglicherweise das perfekte long-term-Pendant zu Nico Schlotterbeck in der Innenverteidigung.

      Der extrovertierte Leader Schlotterbeck und der eher ruhige aber nicht minder starke Thiaw - so könnte die Zukunft des FSV in der Innenverteidigung aussehen. Tatsächlich auch die Gegenwart, denn der Neuzugang soll sofort eine wichtige Rolle in der Startelf einnehmen. Gegenspieler aussteigen lassen, Bewegung antäuschen und in den Lauf seines Mitspielers passen gehören übrigens immernoch zu Thiaws Kernqualitäten - allerdings als Innenverteidiger.

    • AUSGABE #1281

      Neues BOM-Feature im Anmarsch?


















      Fünf Tore in zwei Spielen - es läuft für Lionel Messi (39 Jahre, Foto oben) richtig rund bei der aktuellen FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Mexiko, USA und Kanada.

      Der Argentinier, der vor wenigen Tagen 39 Jahre alt wurde, ist dank seiner fünf Tore nun alleiniger WM-Rekordtorschütze und hat Miroslav Kloses alten Rekord gebrochen. Bald könnte Messi indes auch beim FSV wieder unter besonderem Augenmerk stehen.

      Wie unser Magazin aus gut informierten Kreisen erfahren hat, wird es bald ein neues Websoccer-Feature auf BOM geben. Bei diesem Feature könnten Spieler wie Lionel Messi, aber auch andere Mainzer wie Michael Olise oder Kvicha Kvaratskhelia von besonderem Interesse sein.

      Grundsätzlich wird es eine Vielzahl an Spielern geben, für die dieses Feature eine besondere Funktion auf BOM einführen wird. Gibt es vielleicht einen Wettbewerbsvorteil für Mainz-Manager King of Swing, der bekanntlich auch im BOM-Verband als Administrator tätig ist und daher schon über die Einführung des neuen Features Bescheid weiß? Nein. Wie ebenso bereits durchgesickert ist, wird das Feature weder die Spiel-Mechanik noch Berechnungsgewichtung im Websoccer verändern.

      Es wird erwartet, dass das neue Feature innerhalb der nächsten Tagen angekündigt und released wird.

    • AUSGABE #1282

      El Colo


















      Bei der diesjährigen FIFA Fußball Weltmeisterschaft 2026 musste er sich bislang mit der Zuschauerrolle von der Ersatzbank aus begnügen, doch bei der nächsten WM 2030 in vier Jahren, könnte er bereits einer der Schlüsselspieler der Albicelestes sein: Valentin Barco (21 Jahre, Foto oben).

      Der 21 Jahre alte Argentinier ist das neueste Puzzlestück im Mainzer Umbruch-Sommer 2026. Der vierfache A-Nationalspieler wechselte kürzlich von Watford FC zum 1.FSV Mainz 05. Im Gegenzug ließ Mainz seinen bewährten Mittelfeldallrounder Eberechi Eze in Richtung England ziehen.

      Ursprünglich machte Valentin Barco seine ersten Schritte als Fußballprofi als linker Verteidiger. Bei den Boca Juniors debütierte er schon als Teenager und spielte hinten links derart auffällig, dass ihn Argentiniens U20-Nationaltainer Javier Mascherano im Jahr 2022 schon mit 17 Jahren zum U20-Nationalspieler machte.

      Mascherano nahm seinen Schützling später auch mit in die U23-Nationalmannschaft, welche ein Team für die olympischen Sommerspiele formen sollte. Mit 19 Jahren gehörte Barco im Jahr 2023 auch dort zu den jüngsten Spielern. Folgerichtig folgte schon 2024, mit immernoch 19 Jahren (und 8 Monaten) schon das Debüt in der A-Nationalmannschaft der Albicelestes.

      Doch Nationaltrainer Lionel Scaloni beließ es bei einem einzigen Länderspiel für den damaligen Linksverteidiger Barco. Zwei Jahre lang, bis kurz vor der WM 2026, musste sich Barco gedulden, um erneut eingeladen zu werden. Was jedoch in dieser Zwischenzeit passierte, ist überaus interessant.

      So transformierte sich Barco vom bissigen, aggressiv-spielenden Linksverteidiger hin zur intelligent agierenden, metronomartigen Passmaschine im zentralen Mittelfeld. Als zentraler Mittelfeldspieler belebte Barco, der ob seiner roten Haare den Spitznamen "El Colo" trägt, seine immernoch extrem junge Karriere nochmal ganz neu - und wurde von Lionel Scaloni zu den Scouting-Spielen kurz vor der WM eingeladen.

      Dort überzeugte der 21-Jährige mit zwei Toren in drei Spielen und einem sehr beherzten Auftreten. Folgerichtig wurde er für die WM 2026 nominiert. In Fan- und Experten-Kreisen gilt Valentin Barco im zentralen Mittelfeld perspektivisch als Nachfolger von Taktgeber Alexis Mac Allister. Der langjährige Mainzer Mac Allister verließ die 05er bekanntlich vor Kurzem. Beim FSV hat er also schonmal Platz gemacht für seinen potenziellen Nachfolger.

      Doch wird sich Barco noch ein wenig gedulden müssen, bis er in Mainz den frei gewordenen Platz von Mac Allister wird einnehmen können. Die Rückrunde verbringt der Argentinier als Mainzer Leihgabe noch im Trikot von Watford FC. Erst am Saisonende wird Barco in Mainz aufschlagen - um dann ganz sicher nicht nur eine Zuschauerrolle auf der Ersatzbank einzunehmen.

    • AUSGABE #1283

      Angstpokal a.D.


















      Lange Zeit war es einfach kein 'Match'. BOM United Cup und 1.FSV Mainz 05 - das wollte einfach nicht zusammenpassen. Als der Pokal im Jahr 2005 ins Leben gerufen wurde, war Mainz trotz der ersten Titel freilich noch nicht das Topteam, das es heute ist. So dauert es zunächst fünf Jahre, bis Mainz im Jahr 2010 das erste mal den BUC holte.

      2010 traf man im Finale auf Juventus FC, der damalige Juve-Manager hieß Le_Tissier. Schon damals bezeichnete Mainz-Manager King of Swing den BUC als seinen "Angstpokal" ([B.U.C. 2010] Talk), schied man zuvor doch häufig in der 1.Runde aus. Nach 2010 holte Mainz schon im Jahr 2012 das zweite Mal den BUC-Titel und das Thema "Angstpokal" schien abgehakt zu sein.

      Was für ein Irrtum! Es dauerte ein ganzes Jahrzehnt, bis Mainz zum dritten Mal den BUC holen konnte. Erst im Jahr 2022 gelang es erneut. Damals bezwang Mainz den FC Liverpool mit 2:0 im Finale. Doppeltorschütze: Der immernoch für Mainz aktive Lionel Messi. Einige andere Schlüsselspieler von damals, wie etwa Rodri, Ödegaard oder Skriniar haben den Verein indes längst verlassen. Aus der damaligen Siegermannschaft stehen neben Messi nur noch Sergio Ramos, Nico Schlotterbeck und Federico Valverde im Kader.

      Nun verging kein Jahrzehnt, sondern lediglich vier Jahre bis zum nächsten Triumph, denn in der so eben beendeten Saison 2026|1 gelang Mainz der große Wurf im BOM United Cup. In einem spektakulären Finale duellierten sich der FSV und der englische Meister Arsenal FC. 5:2 hieß es am Ende aus Sicht der 05er, Doppeltorschütze wie schon 2022: Lionel Messi. Doch auch sein kongenialer Partner Kylian Mbappé, sowie der Spanier Martin Zubimendi und Inneverteidiger Nico Schlotterbeck trugen sich in die Torschützenliste der Mainzer ein. Für Arsenal markierten Saka und Salah die Tore.

      Nach den Siegen 2022 und 2026 ist im BUC, der ein gnadenloses KO-System ab der 1.Runde fährt, zumindest klar: Ein Angstpokal ist der BUC für den 1.FSV Mainz 05 aktuell nicht. Ob er es wieder wird? Eine Frage, die erst in ein paar Jahren rückblickend zu beantworten sein wird.

    • AUSGABE #1284

      BVB holt Meisterschale


















      Es ist über ein Jahr her, dass @Santiago das letzte Mal in seinem "BVB Insider" Vereinsnews über seine Borussia schrieb. Im Juni 2025 war es zuletzt der Fall. Damaliges Thema: Mathis Albert entscheidet sich für den BVB und trotzt den Angeboten der Konkurrenz. Eine Newsausgabe, die man heute nochmal genau so bringen könnte wie damals, denn der damals 16-Jährige Albert ist mittlerweile - logischerweise - auch erst 17 Jahre alt und gilt weiterhin als Toptalent der Borussen.

      Doch hätte Santiago in der Zwischenzeit durchaus Stoff für weitere Newsausgaben gehabt. Insbesondere die knapp verpasste Meisterschaft 2025|1 sowie die gerade geholte Meisterschaft 2026|1. Diese war in der aktuellen Saison zudem deutlich verdienter, denn als der BVB am letzten Spieltag durch Tore von Ousmane Dembélé (Foto oben) und Ex-Mainzer David Raum mit 2:0 gegen Arminia Bielefeld gewann, war die 'Schale' längst unter Dach und Fach.

      Schon am 31.Spieltag konnte der BVB die Meisterschaft besiegeln. Während der BVB am 31.Spieltag seine Hausaufgaben gegen Leverkusen erledigte, patzte der 1.FSV Mainz 05 gegen Eintracht Frankfurt und bescherte den Schwarz-Gelben somit den vorzeitigen Meistertitel. Für Mainz eine herbe Niederlage, für den BVB ein überwältigender Erfolg.

      Dabei spielte der FSV keineswegs eine schwache Saison, im Gegenteil: Mit 83 Punkten holte man nach 34 Spieltagen exakt die selbe Punktzahl, die 2025|1 noch zum Meistertitel gereicht hat. Der BVB indes spielte eine nahezu fehlerlose, fast perfekte Saison und hatte mit 91 Punkte am Ende sagenhafte acht Punkte mehr als der FSV. 101 Tore bei nur einer einzigen Niederlage standen am Ende auf dem Konto der Borussen.

      geMAINZam gratuliert Borussia Dortmund nochmal ganz herzlich zu dieser verdienten wie fantastischen Meisterschaft. Wer weiß, vielleicht landet die eine oder andere Sensationsnotiz früher oder später ja doch noch in dem eigentlich so lesenswerten "BVB Insider".

    • AUSGABE #1285

      Spaniens nächstes Mastermind?


















      Über die Kadertiefe der spanischen Nationalmannschaft konnte man bei der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada wahrlich nur staunen. Im Prinzip hätten die Spanier eine zweite Elf aufstellen können, die trotzdem noch mindestens auf Augenhöhe mit den traditionell namhaften Nationalmannschaften aus Deutschland oder Brasilien hätte mithalten können.

      Auch in der Startelf respektive Ersatzbank gab es einige Härtefälle: Ex-Mainzer Rodri gab den Mastermind im Mittelfeld, auf der Bank saßen oft die anderen beiden genialen Strippenzieher Fabian Ruiz und der aktuelle Mainzer Martin Zubimendi. Diese beiden hätten wohl bei fast jedem anderen Land auf der Welt im zentral defensiven Mittelfeld einen Stammplatz samt Chefrolle sicher.

      Doch Spanien produziert Topspieler in Serie und andere Länder - bis auf Frankreich - schauen neidisch dem abfahrenden Zug hinterher. Auch in den Juniorennationalmannschaften deutet sich bereits die nächste Welle spanischer Fußballdominanz an. Internationale Titel werden gesammelt wie Panini-Sticker, zuletzt gelang dies bei der U19 Europameisterschaft im Juli 2026.

      Die Spanier klatschten nach Belieben jeden Gegner an die Wand und gewannen letztlich das Finale gegen eine tapfere, aber ehrlicherweise chancenlose, deutsche Elf mit 2:0. Einer der Schlüsselspieler der siegreichen Spanier wechselte in den vergangenen Wochen zum 1.FSV Mainz 05: Quim Junyent (19 Jahre, Foto oben).

      Junyent führte Spanien als Kapitän durch das Turnier zum Titel und wurde später von der UEFA als 'MVP' der U19-EM ausgezeichnet. Junyent spielt - oh Wunder - im zentralen Mittelfeld. Kapitän, technisch brillant, zentrales Mittelfeld - mit all diesen Komponenten stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass er eines Tages in die Riege Rodri, Ruiz, Zubimendi aufsteigt.

      In einem Punkt unterscheidet sich Junyent von den drei aktuellen Chefstrategen jedoch fundamental: Während Rodri & Co. mit einer Garde von 1.81m bis 1.90m entgegen der gängigen Klischees recht groß gewachsene, spanische zentrale Mittelfeldspieler sind, reiht sich Junyent mit seinen 1.71m eher in der Reihe der spanischen Strategen vergangener Tage ein, wie etwa Iniesta (1.71m) oder Xavi (1.70m).

      Der FSV ist dennoch guter Dinge mit Junyent eines der vielversprechendsten spanischen Mittelfeldtalente geangelt zu haben. Mit seinen 19 Jahren hat er freilich noch viel Zeit eines Tages vielleicht mal ein 'Mastermind' der spanischen Nationalmannschaft zu werden. Sicher ist indes nur eins: Die Konkurrenz würde zweifellos groß ausfallen.

    • AUSGABE #1286

      Luka, es wird Zeit


















      Das System geht über alles - hat sich wohl Kroatiens Nationaltrainer Zlatko Dalic gedacht und (ver)setzte kurzerhand zwei der wertvollste Innenverteidiger der Welt auf die Bank respektive auf eine andere Position.

      Die kroatische Trainerlegende Dalic startete mit seinem Team noch in einem 3-5-2 mit drei Innenverteidigern in die WM 2026. Gesetzt waren Luka Vušković (19 Jahre, Foto oben) als zentraler Abwehrorganisator und links neben ihm Josko Gvardiol (24). Kroatien spielte attraktiven Fußball, ging aber mit 4:2 gegen den späteren WM-Dritten England baden. Dalic sortierte sich neu, ging zurück auf eine klassische Viererkette und setzte die millionenschweren Innenverteidiger Vušković (60 Millionen Euro, Platz 9 der wertvollsten IVs der der Welt) und Gvardiol (70 Millionen Euro, Platz 7) auf die Bank bzw. auf die Außenverteidigerposition.

      Das Schicksal als Bankspieler traf Vušković. Gvardiol musste zunächst als Rechtsverteidiger ran, später war auch er auf der Bank zu finden. Harte Entscheidungen, die sich aber zunächst mit zwei Siegen in der Gruppenphase als richtig herausstellten, beim Aus im Sechzehntelfinale gegen Portugal jedoch wieder Fragezeichen aufwarfen. War da nicht mehr drin für Kroatien? Das mutmaßlich letzte Mal mit den sich immernoch in beeindruckender Form befindenden Ausnahmespielern Luka Modric und Ivan Perisic und dazu zwei der wertvollsten Verteidiger der Welt im Kader?

      Vielleicht dachte das auch Zlatko Dadic nach dem Ausscheiden, denn nach neun zum Teil beeindruckend erfolgreichen Jahren nahm die Trainerlegende ihren Hut und trat nach dem Ausscheiden zurück. Slaven Bilic, selbst schon von 2006 bis 2012 Nationaltrainer Kroatiens, führt künftig wieder sein Heimatland. Mit Vušković und Gvardiol, das ist sicher.

      Sicher hat Vušković seinen Platz auch in Mainz. In einem aufsehenerregenden Transfer holte ihn der FSV bekanntlich zu Saisonbeginn 2026|1 zu sich, verlieh ihn aber bis Saisonende wieder zurück an den HSV. Part of the deal. Sehnsüchtig wartete man in Mainz dem Tag entgegen, an dem Luka Vušković endlich so richtig in Mainz aufschlagen würde. Dieser ist nun gekommen.

      In Mainz gehört Vušković die Zukunft. Der 19-Jährige Kroate soll von Anfang an ein Eckpfeiler des Kaders werden. In Mainz gilt, anders als bei Kroatiens WM-Auftritt, nicht das Credo "das System geht über alles", sondern die Spieler bestimmen das System. Luka, es wird Zeit.

    • AUSGABE #1287

      Wätjen kommt! Mit Führerschein?


















      Jürgen Klopp kann sich gut verkaufen. Markige Sprüche, aber inhaltlich trotzdem wertvoll. Die Mainzer Trainer-Legende ist bekanntlich seit kurzem neuer Bundestrainer und die erste Pressekonferenz war bereits sehr aufschlussreich.

      Klopp plant augenscheinlich einen Umbruch einzuleiten. Namentlich hob er gar die U17 Welt- und Europameister von 2023 hervor. "Wir sind bei der U17 Welt- und Europameister geworden. Die müssten jetzt 20 (Jahre) sein. Jetzt, mit Führerschein, können wir sie gebrauchen", so Jürgen Klopp.

      Nicht wenige Fans wühlten sich vermutlich im Anschluss durch die Kader der erfolgreichen 2023er Mannschaft. Siehe da: Einer aus der erfolgreichen Generation, Assan Ouedraogo, hat den Sprung in die A-Nationalmannschaft schon geschafft. Auch andere Spieler, wie Brunner, Moerstedt oder Jeltsch sind etablierte Profis geworden. Die meisten der 2023er Generation aber warten noch auf den großen Durchbruch.

      Mit ungefähr 20-21 Jahren, so sagt es nicht nur Jürgen Klopp, muss dieser dann auch erfolgen. Es sind - Ausnahmen bestätigen die Regel - zumeist die entscheidenden Jahre, die darüber Auskunft geben, ob ein verheißungsvolles Talent auch als Profi funktioniert.

      So ist man in Mainz gespannt, ob der 20 Jahre alt Kjell Wätjen (Foto oben), Teil der Europameister-Mannschaft 2023, den großen Durchbruch hinlegen wird. Mainz kaufte Wätjen im Juni 2026 für zehn Millionen Euro von Paris Saint-Germain. Vor WM-Beginn und vor allem weit vor Jürgen Klopps Aussage. Der 20-Jährige ist ein ballsicherer und technisch feiner zentraler Mittelfeldspieler. In seiner Spielweise kommt er den typischen spanischen zentralen Mittelfeldspielern recht nahe. Immerhin wurde Wätjen in der Folge auch regelmäßiger U19-Nationalspieler Deutschlands und ist aktuell fester Bestandteil der U20-Nationalmannschaft.

      Ob es eines Tages bis in die A-Nationalmannschaft gehen wird? Bis dahin hätte Wätjen noch eine lange Strecke vor sich. Wie er sie bestreitet ist unklar, denn ob Kjell Wätjen seinen Führerschein schon gemacht hat, konnten wir noch nicht herausfinden.

    • AUSGABE #1288

      Mainz zieht positives Fazit


















      Das offizielle Ende der Saison 2026|1 ist gerade mal fünf Tage her, doch für den 1.FSV Mainz 05 ruht der Ball schon länger. Beim großen Highlight-Finaltag ganz am Ende - den Finals der Champions-, Europa- und Conference-League - waren die 05er diesmal nicht vertreten.

      Das verpasste Finale schmerzte beim FSV indes deutlich mehr als die verpasste Meisterschaft, denn in der Königsklasse hat man es im wahrsten Sinne selber vermasselt. Noch im Hinspiel des CL Halbfinales gewannen die Mainzer gegen ein starkes Ajax mit 3:2. Eine fantastische Ausgangslage für das Rückspiel - wenn man nicht die Aufstellung vergessen hätte. So flog der FSV im Rückspiel mit 3:1 über alle Maßen verdient aus der Königsklasse und ärgerte sich, dass die einzige Nichtabgabe in der ganzen Saison ausgerechnet im entscheidenden Halbfinal-Rückspiel reinrutschte.

      To be fair: AFC Ajax hätte auch mit Mainzer Aufstellung durchaus Chancen auf den Finaleinzug gehabt. Die Niederländer von @lolo haben eine famose Mannschaft beisammen und gewannen im Anschluss das CL-Finale gegen den FC Barcelona. Ein sportliches Ausscheiden hätte Manager King of Swing indes besser verarbeiten können, als diesen Flüchtigkeitsfehler.

      Ein sportlich gut zu verarbeitendes Ausscheiden musste der FSV bekanntlich im Rennen um die Meisterschale der 1.Bundesliga hinnehmen. Der FSV kann sich, im Gegensatz zur CL, keinen Vorwurf machen. Stets waren alle Aufstellungen gesetzt und der Kader breit genug aufgestellt, um Ausfälle aufzufangen. Mit 83 Punkten spielte der FSV tatsächlich auch eine gute Saison, die letztes Jahr zur Meisterschaft gereicht hätte (für weitere Infos zur verpassten Meisterschaft siehe Ausgabe #1284). Doch Borussia Dortmund spielte einfach die bessere Saison. Alles fair, alles sportlich. Haken hinter.

      Ebenso fair ging das unglaublich frühe Aus im DFB-Pokal vonstatten. Schon im Februar musste der FSV die Segel streichen. Mit 0:1 unterlag man dem FC Bayern in der allerersten Runde.

      Da war es natürlich Balsam auf der Mainzer Seele, dass man nach vier Jahren wieder den Angstpokal a.D. gewinnen konnte: Den BOM United Cup. Für Manager King of Swing ob der Historie ein besonderer Triumph (siehe Ausgabe #1283). Hinsichtlich des Stellenwerts ist der B.U.C. für die Mainzer durchaus auf Augenhöhe mit dem CL-Pokal einzustufen.

      Mit dem 'B.U.C.' im Trophäenschrank und einer guten Bundesliga-Saison in den Knochen, sowie dem auf dem Papier erreichten Halbfinale der Champions-League, zieht man beim 1.FSV Mainz 05 trotz des frühen DFB-Pokal Aus' ein absolut positives Fazit für die Saison 2026|1. Diese sportlichen Resultate zu wiederholen wird in der nächsten Saison durchaus kein Selbstgänger, wenngleich der FSV natürlich auch wieder mit einem bisschen Glück beim großen Highlight-Finaltag ganz am Ende der Saison gerne mitmischen würde.

    • AUSGABE #1289

      Adiós Albiceleste


















      Alle wussten, dass dieser Tag irgendwann kommen würde. Als man ihn jedoch noch bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko am Ball sah, so hoffte man, dass doch noch ein oder zwei Jahre vergehen würden. Aber wahrscheinlich ist es die richtige Entscheidung, denn er geht auf einem seiner vielen sportlichen Karrierehöhepunkte: Lionel Messi (39 Jahre, Foto oben) tritt aus der argentinischen Nationalmannschaft zurück.

      Ende 2022 gab es bereits die ersten Rufe: Jetzt müsste er eigentlich für Argentinien aufhören. Messi hatte la Albiceleste gerade zum Weltmeistertitel in Katar geführt und sich damit endgültig einen Platz im Fußball-Himmel Argentiniens gesichert. Doch der vielleicht beste Fußballer aller Zeiten dachte nicht ans Aufhören: 2024 holte er mit Argentinien nochmal die Copa America - und 2026 wurde das Team von Trainer Scaloni bekanntlich nochmal Vize-Weltmeister.

      Mehr noch: In einer eher durch hartes Auftreten auffallenden argentinischen Nationalmannschaft ragte Messi spielerisch hervor. Der 39-Jährige schoss 7 Tore und 4 Vorlagen in 8 Spielen. In den acht Spielen wurde er sieben Mal als Man of the match gekürt. Er war immernoch der Unterschiedsspieler vergangener Tage und aus Sicht vieler Experten der entscheidende Faktor für das Erreichen des WM-Finals. Was wäre im Finale passiert, wenn sich Scaloni gegen dieses absolut destruktive Auftreten seiner Mannschaft und für mehr spielerische Klasse mit Messi als Fixpunkt entschieden hätte, wie phasenweise etwa in den Spielen gegen England oder die Schweiz? Doch Messi beschwerte sich nicht, stellte sich in den Dienst der Mannschaft.

      Damit zeigte er auch: Unkenrufe, dass Argentinien nur mit neun Feldspielern spielen würde, strafte Messi mit hervorragender Arbeit gegen den Ball ab. Der flinke Offensivgeist war oft auch in der Defensive zu finden und ging dahin, wo es weh tut. Ein Unterschied zu seinem in Freundschaft verbundenen und bei der WM ebenso noch aktiven Pendant Cristiano Ronaldo (41).

      Von diesem sind - stand heute - noch keine Rücktrittsgedanken übermittelt, doch darum soll es hier nicht gehen. Messi hat entschieden nun Platz zu machen für die neuen, aufstrebenden Talente seines Landes. Er traf diese Entscheidung indes schon zwei Tage nach dem verlorenen WM-Finale. In den Wochen danach verstarb Messis Vater und der 207-fache Nationalspieler soll sich in seiner Entscheidung bestärkt gefühlt haben. Somit offenbarte er sie heute der Weltöffentlichkeit mit einem Instagram-Beitrag (Link), der nach einer Stunde schon 3,5 Millionen Likes hatte. Ein entscheidender Satz, der auch viel über Messis Liebe zu seinem Argentinien aussagt, fand sich ganz am Ende: "Jetzt werde ich einer von euch sein und euch immer von außen anfeuern und unterstützen (in guten wie in schlechten Zeiten, vor allem in den schlechten)."

      Das Kapitel Argentinien ist beendet. Das Kapitel Mainz noch nicht. Wir hoffen, dass noch einige Seiten seiner Mainzer Geschichte geschrieben werden, bis es dann irgendwann heißt: Adiós Mainz.

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